Luchino Viscontis geniales Meisterwerk um einen nicht nur gesundheitlich
angeschlagenen Komponisten,
der auf der Suche nach Erholung & Zerstreuung nach Venedig reist – und dort mit seiner verflossenen Jugend und Schönheit vergangener Tage konfrontiert wird….

Denn er begegnet Tadzio, einem bildhübschen Burschen, dem regelrecht verfällt.
Zuerst beobachtet er ihn nur, später wird er Tadzios Familie bei deren Spaziergängen durch die Lagunenstadt regelrecht verfolgen.

Blind vor Liebe ignoriert er alle Warnzeichen der grassierenden Cholera … bis er selber der Krankheit erliegt.

Mit für heutige Maßstäbe teils ewig langen Einstellungen, wenig Text und einem schleichend langsamen Tempo steuert der Film unaufhaltsam seinem dramatischen Ende zu.
Das Finale ist eine Ikone für sich; es gehört zu den besten und ergreifendsten Schlusszenen der Filmgeschichte, wenn Todesengel Tadzio sein Werk vollendet….

Anreise mit der “Esmeralda”
Gustav von Aschenbach erreicht Venedig mit dem Dampfschiff “Esmeralda”
Das Schiff kommt offenbar durch den Canale di San Nicolo und schwenkt dann in Richtung Markusplatz ein,
wie es ab 0:05:00 bei einer Ansicht über ein Vordach hinweg zu sehen ist.
Zuerst ganz links San Servolo, zuletzt ganz rechts Sant Elena.

Das Schiff passiert San Giorgio Maggiore an der Nordseite (0:05:56) und biegt dann
in den Canale della Giudecca ab (ab 0:06:22),

dreht bei…..
….und wartet dann im Bereich zwischen Punta della Dogana / Santa Maria della Salute
und San Giorgio Maggiore auf die Ausschiffung der Passagiere.
Bei 0:07:52 kommen die Gondoliere angerudert.
0:08:16  Die Gondoliere erreichen das Schiff
Im Anschluß rudert ein Gondoliere Gustav von Aschenbach zu dessen Verwunderung
direkt zum Lido, anstatt wie gewünscht zum Markusplatz.
Diese Szenen ab 0:09:00 entstanden auf Höhe des Biennale-Geländes;
mir fuhr prompt die Autofähre schräg hinter meinem Vaporetto hinterher,

und wurde halt mitfotografiert.
Lido
Ab 0:11:05 erreicht die Gondel den Lido an einem Steg knapp südlich der Vaporetto-Anlegestelle “Lido S.M.E.”
Auch hier ist das Venedig-Panorama von San Salvatore bis Sant Elena aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.
0:11:20

0:12:47
Die Szenen am Anleger selber ab 0:11:30 drehte man auf dem Lido knapp 6 km südlich in Malamocco an der Piazza delle Erbe.
Von der Via del Forte kann man den Blickwinkel bei 0:11:38 über den Kanal hinweg gut fotografieren; das Hafenbecken ist inzwischen deutlich vergrößert worden.

0:12:27
Letztlich erreicht Gustav von Aschenbach den Hauptdrehort, das Grand Hotel des Bains (0:13:30)
Das Hotel mit allen Annehmlichkeiten öffnete am 15. 6. 1900 seine Pforten für ein wohlhabendes Publikum;
2008 erfolgte ein letzter Besitzerwechsel zu einer Investorengruppe, die das Hotel in eine exklusive Appartementanlage umbauen wollte; daher endete der Hotelbetrieb 2010.
Der Umbau zerschlug sich mit dem Platzen der Immobilienblase, seitdem steht der Gebäudekomplex leer.
Thomas Mann schrieb die Novelle “Der Tod in Venedig” tatsächlich hier bei seinem Aufenthalt 1911.

Das Hotel galt vielen als die Seele der Filmfestspiele von Venedig; hier logierten viele Filmschaffende vor und hinter der Kamera, und in der familiären Athmosphäre des Hotels wurden zahlreiche Filmprojekte entworfen, weiterentwickelt und auch letztlich vertraglich unter Dach und Fach gebracht.
Das Hotel ist heute nicht mehr zugänglich, ein lückenloser, übermannshoher und blickdichter Zaun umgibt das gesamte Hotelareal.
Die Einstellungen am Strand vor dem Hotel entstanden am Strand von Alberoni
ganz am südlichen Ende des Lido.
Hier ist inmitten einer kleinen Dünenlandschaft ein Streifen einplaniert;

hier findet man das Bagni Alberoni, ein auf 3 Seiten eingezäuntes Badegelände mit Umkleidekabinen, Kiosk, Restaurant und den kleinen Badehäuschen, wie man sie schon aus dem Film kennt.
Zum Meer hin ist das Gelände offen, für Fotos kann man das Gelände beidseitig umgehen.
z.B.: 0:46:12

Jetzt siebt man noch den Sand und plaziert rechts eine altertümliche Plattenkamera…..
Vorbereitungen für die nächste Strandsaison.
Bahnhof
Nach den ersten verstörenden Begegnungen mit Tadzio will Gustav von Aschenbach in einem letzten Anflug von Vernunft abreisen.
Ab 0:55:50 sitzt er in einem Motorboot, das auf Höhe der Vaporetto-Station Sant Angelo
vom Canale Grande in den Rio di San Polo abbiegt.

Dabei vermeidet es die Kamera, Details an der Wasseroberfläche zu zeigen – zu zahlreich wären nicht ins Jahr 1911 passende Details. Wenngleich natürlich hier und da z.B. eine Antenne ins Bild rutscht, und sich einmal kurz das Heck eines modernen Vaporetto in den Film gemogelt hat.

Am Bahnhof von Venedig wird der Koffer von GvA zum falschen Zielort aufgegeben; der Komponist sieht das wohl als Zeichen des Schicksals, und verlängert umgehend seinen Aufenthalt auf dem Lido.
Der Bahnhof, in dem diese Szenen ab 0:57:40 gedreht wurden, steht auf der anderen Seite der Adria:
Es ist der ehemalige Bahnhof Campo Marzio in Triest; 1960 stillgelegt, hier befindet sich heute das umfangreiche Eisenbahnmuseum Museo Ferroviario di Trieste Campo Marzio.

Bei der Rückfahrt zum Lido passiert das Boot mit Gustav von Aschenbach die Rialtobrücke und erneut das Biennale-Gelände.
Venedig
Schließlich beginnt Gustav von Aschenbach die Familie von Tadzio bei ihren Spaziergängen durch Venedig regelrecht zu verfolgen.
Ab 1:18:55 wartet GvA an der Piazza San Marco direkt am Campanile auf Tadzio….
….der mit seiner Familie vor dem Torre dell Orologio steht. (1:19:09)
Ab 1:19:37 ist man im Bereich des Teatro La Fenice unterwegs….
….passiert die Ponte de la Malvasia Veccia (1:19:53)
ab 1:19:55 Calle bzw. Ponte de la Fenice,
1:20:09
1:20:18
bei 1:20:29 blickt Tadzio in den Rio de la Verona hinein.
Anschließend geht es über die Ponte Storto, das Fondamenta Fenice entlang
über die Ponte Maria Callas.
1:20:45

1:21:00
Am Campiello dei Calegheri wird Gustav von Aschenbachs Frage nach den Desinfektionsmaßnahmen geflissentlich ignoriert. (ab 1:21:23)
1:21:37
1:22:13
Ab 1:30:59 ist GvA wieder auf dem Markusplatz – diesmal alleine.


Bei einer Bank unter den Kolonnaden am westlichen Abschluß des Platzes wechselt er Geld;
und bekommt von einem Angestellten der Bank endlich eine unverblümte Auskunft über die
grassierende Cholera-Epidemie – einschließlich des dringenden Rates, sofort abzureisen.

Stattdessen läßt er sich von einen geschwätzigen Barbier auf jugendlich trimmen.
Wobei das schauderhafte Ergebnis schon ein Fingerzeig darauf ist, was GvA bald sein wird …..

Nach dem Barbierbesuch schleicht er wieder Tadzio und dessen Familie hinterher.
Bei 1:42:49 am Campo San Boldo; gefilmt wurde hier aus dem Gebäude links des Bildrandes.

Calle Gheto Novissimo  1:43:16
Gheto Novissimo  1:43:55
1:44:09
Zuletzt ist man im Bereich der Rialtobrücke unterwegs: Ab 1:44:56 am Corte del Teatro Malibran
ab 1:46:14 beobachtet Gustav von Aschenbach das Objekt der Begierde aus dem Sotoportego del Teatro,
1:46:43
1:47:05
1:47:20
und hier auf dem Corte Seconda del Milion kollabiert er dann vor einem Brunnen (ab 1:47:44)

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